Qi

heißt Atem, Energie und entspricht dem indischen Prana oder dem deutschen Begriff Odem. Gemeint ist die grundlegende Naturkraft – die Lebensenergie – die alles durchdringt, ohne die Leben nicht existieren kann.

Gong

bedeutet Arbeit oder Übung

Qigong

Qigong bedeutet mit der Lebensenergie Qi zu arbeiten. Es ist eine über 1000 Jahre alte chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Auch Kampfkunst-Übungen werden darunter verstanden. Qigong ist gleichzeitig Basis und wesentlicher Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), sowie vieler Kampfkünste wie z. B. dem Tai Chi (Schattenboxen).

Wie funktioniert es?

Qigong zeichnet sich durch seine langsamen, bedächtigen Bewegungen aus. Es sieht aus wie eine Mischung aus Gymnastik, Meditation und Kampfsport – ausgeübt im Zeitlupentempo. Durch die Atem- und Bewegungsformen, Konzentrations- und Meditationsübungen wird das Qi in Fluss gebracht und in die richtigen Bahnen gelenkt. Denn Störungen im Meridiansystem führen zu Beschwerden und Krankheiten. Mit den Übungen stimuliert man das Flusssystem und die Akupunkturpunkte, was sich wiederum positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Auswirkungen?

Durch ruhige, sanfte Bewegungen werden Qi-Blockaden gelöst, Muskeln, Sehnen und Bänder geschmeidig gehalten und das Bindegewebe gestärkt. Zusätzlich werden die Knochen gekräftigt und die Gelenke beweglich gehalten. Qigong gilt daher als Methode unter anderem zur Behandlung von Rückenschmerzen, Gelenkerkrankungen, Rheuma, Arthrose, Gicht oder Bluthochdruck. Gute Erfolge werden darüber hinaus bei Verspannungen, Muskelschmerz und Krämpfen erzielt. Doch auch im Zusammenspiel der Organe und bei der Regulierung des Hormonsystems bewirkt ein freier Fluss des Qi positive Veränderungen. Die Kombination aus Bewegungsübungen und Meditation beruhigt Körper und Geist gleichermaßen. In der Folge arbeiten die Drüsen und Organe harmonischer miteinander und stabilisieren so nach und nach die körperliche Gesundheit und das psychische Wohlbefinden. Durch die positiven Wirkungen auf das gesamte Hormonsystem sowie auf die Verdauung können mit regelmäßigen Übungen unter anderem Zyklusstörungen und Potenzprobleme aber auch Durchfall, Verstopfung, Magenbeschwerden und Gallenleiden gelindert oder geheilt werden. Qigong gilt als ganzheitlicher Ansatz zum Erhalt bzw. zur Wiedererlangung der Gesundheit. Durch die Kombination aus Bewegung und Meditation kann es gelingen psychosomatische Beschwerden, psychische Belastungen, Schlafstörungen und Depressionen sowie Schmerzsymptome mit unspezifischer Ursache, Kopfschmerz und Migräne oder eine allgemeine Abwehrschwäche und Allergieanfälligkeit deutlich zu reduzieren.

Wer kann mitmachen?

Um von den positiven Wirkungen des Qigong profitieren zu können, sind keine besonderen Kenntnisse oder gesundheitlichen Voraussetzungen erforderlich. Die Übungen lassen sich gut an den jeweiligen Gesundheitszustand und die individuelle Belastbarkeit anpassen.

Die härteste Übung?

Das Loslassen und die Dinge geschehen lassen.


Roland Pokern (Taijiquan Übungs- u. Qigong Kursleiter)
E-Mail: qigong-haltern@web.de